Freitag, 31. März 2017

Gismos Orte #1 - Feld Wiese

Auf dieser Wiese ging ich am Anfang sehr oft mit Gismo spazieren. Es ist im Feld und ich konnte ihn immer von der Leine lassen und er rannte dann fröhlich davon.  Diese Wiese war einer meiner Lieblingsplätze. Man hat die Kleinstadt im Blick und kann hinunterblicken und hat seine Ruhe.



8. Gismos Krankheitsverlauf

Im Herbst 2015 begann Gismo zu würgen und zu keuchen, wann immer er aufstand. So als hätte er etwas im Hals, dass ihn störte.
Wir gingen zum Tierarzt, aber das Problem bei Gismo ist, dass man ihm nicht einfach den Mund öffnen und hineinschauen konnte. Bei anderen Hunden geht das, aber das ging mit dem bissigen Hund einfach nicht.
Ich hatte damals schon einen schlimmen Verdacht, aber weil ich dramatisch bin und laut meinem Nicht-Allergischen Bruder eine "Hellikopter-Mutter", ließ ich mich von meiner Tierärztin ausbremsen.
Dort gab es einige Probleme, die ich erst im Nachhinein feststellen konnte. Ein Missverständnis, dass uns allen Stress gespart hätte ist folgendes: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sie fragte ihn zu sedieren, um ihn in den Hals zu schauen. Aber statt sedieren muss ich wohl unter Narkose legen gesagt haben, denn sie meinte, das würde nur in der Tierklinik gehen und das war mir zu viel Aufwand. Die Tierklinik klang so ernst und schlimm und Gismo kannte dort ja auch niemanden, also vergaß ich diese Möglichkeit schnell wieder.
Das zweite Problem war, dass ich ihr nicht so genau beschreiben konnte, was das für Geräusche waren, die er von sich gab. Er bekam Hustensaft und sein Halsband wurde ihm abgenommen. Jetzt trug er immer ein Geschirr beim Gassi gehen, das ihm nicht so am Hals zog.
Mein kleines Kerlchen spielte nicht mehr so aufgeregt, weil er den Ball nicht richtig nehmen konnte und sich immer verschluckte. Weil ich das Schlimmste befürchtete ließ ich ihn röntgen.
Es war nichts zu sehen.
Das Leben ging für mich und Gismo weiter. Ich saß viel an meinen Büchern, spielte ab und zu mit ihm und wir gingen viel Gassi. Ich kann im Nachhinein nicht sagen, ob es ihm besser ging oder wir uns beide an diesen Zustand gewöhnten. Er war fröhlich und aufgeweckt. Morgens weckte ich ihn, er würgte und verschluckte sich, blieb stehen, schüttelte sich und kam auf mich zugewackelt. Dann legte er seinen Kopf auf mein Knie und ließ sich eine Weile streicheln. Morgens war Gismo immer sehr verschmust.
Vielleicht hätte ich es ernster nehmen. Oft machte ich mir sofort Sorgen, aber ich beließ es dabei, weil ich nicht dramatisch sein wollte. Richtig bellen konnte er auch nicht mehr, es waren immer sehr hohe Töne, die aus seinem Hals kamen und er verschluckte sich dann.
Aber er war fröhlich und egal wie anstrengend es für ihn war: Wann immer ich nach Hause kam, kam er aus seinem Bettchen, schwanzwedelnd auf mich zu und wollte gestreichelt werden. Wir gewöhnten uns an das Würgen. Es wurde einfach ein Teil von ihm.



Dieses Bild enstand am See 2015, bevor er anfing zu würgen. 







Dieses Bild war von 2016. Das war Gismos letzter Sommer. Wir waren am See und er trug sein Geschirr. Meine Mutter schenkte es mir 2015 zu Weihnachten. Sie hatte es gut ausgesucht, es passte ihm und es hatte die selbe Farbe wie seine Augen. 




Samstag, 11. März 2017

7. Gismos Tierarzt-Abenteuer

Als ich das erste Mal mit Gismo beim Tierarzt war, war es sehr sehr unangenehm. Ich glaube die Freundin meiner englischen Schwester und ich gingen dorthin, weil er nicht mehr richtig kacken konnte. Ich glaube wir dachten er hätte Verstopfung. Wenn man Angst vor seinem eigenen Hund hat, ist das ganze eben etwas schwieriger.
Sein Problem war, dass sein Fell am Hintern so verklebt war von Kacke, dass er nicht mehr richtig sein Geschäft erledigen konnte. Als wäre das nicht schlimm genug, saß er da, hat geknurrt, geschnappt und gebellt. Ich weiß noch, dass ich sagte: "Ach, Kerli." Und meine sehr gestresste Tierärtzin furh mich an: "Nichts, Kerli!" :D
Es tat und tut mir immer noch sehr leid, ich wusste nicht, dass Hunde solche Probleme haben konnten und damals war es eine Unmöglichkeit, Gismo richtig anzufassen. Als wir ihn regelmäßig zum Hundefriseur brachten, war es nicht mehr so ein Problem und schließlich begannen wir ihn mit Maulkorb zu behandeln, das war unangenehm für alle beteiligten aber es ging. Wir benutzen Lappen um ihn sauber zu machen, schnitten Fell mit einer Schere weg und im Sommer setzten wir ihn in eine kleine Wanne in den Garten.

Ich ging wieder mit ihm zum Tierarzt, als Gismo nicht mehr richtig lief. Er war sehr langsam, wuselte nicht fröhlich durch die Gegend. Er schleppte sich richtig. Weil ich mir Sorgen machte, machte ich bei der Tierärztin ziemlichen Druck, dass er ganz schnell behandelt werden musste, dass es ihm ganz schlecht ging und er was am Rücken hatte.
Beim Tierarzt wäre ich am Liebsten vor Scham in Grund und Boden versunken: Mein ach-so-verletzter kleiner Hund, hüpfte ausgelassen durch die Gegend, machte Männchen, sprang an meinem Stuhl hoch und verhielt sich wie die Gesundheit in Person. Als wir ihn aufhoben schrie er auf, weil er offensichtlich Schmerzen hatte. Er bekam ein Mittel und es ging ihm besser.

Das nächste Mal, müsste 2014 gewesen sein. Der Hund leckte sich ständig die Pfote und hatte es tatsächlich geschafft, sie sich wund zu lecken. Das werde ich nie vergessen, denn ganz ehrlich, es hatte wirklich etwas Sitcom-haftes:
Er bekam eine Halskrause und musste jeden Tag so eine Salbe drauf geschmiert bekommen. Meine Mutter und ich haben da total versagt. Wir bekamen es einfach nicht hin, weil Gismo knurrte und wir hatten beide Angst vor ihm. Also ging ich jeden Tag zum Tierarzt und das lief so ab:
Krause ab. Malkorb an. In die Ohren ein Mittel, weil sie von der Krause zu warm wurden und es eine Entzündungsgesah gab. Salbe auf die Pfote. Maulkorb hinten aufmachen. Halskrause an. In die Krause greifen und ihm den Maulkorb vorne wieder abziehen.
Wir standen zu viert um dieses kleines Kerlechen herum und mussten diesen Akt jeden Tag aufs Neue einüben.
Aber das war gut, denn es ging ihm immer besser. Er begann gerne zum Tierarzt zu gehen und gewöhnte sich an die Praxis und die Leute, die dort arbeiteten. Mit den Helferinnen spielte er immer und ließ sich auch gerne von ihnen streicheln. Eine nannte ihn sogar immer "mein Schatz". Diese Woche half ihm ruhiger zu werden.