Samstag, 11. März 2017

7. Gismos Tierarzt-Abenteuer

Als ich das erste Mal mit Gismo beim Tierarzt war, war es sehr sehr unangenehm. Ich glaube die Freundin meiner englischen Schwester und ich gingen dorthin, weil er nicht mehr richtig kacken konnte. Ich glaube wir dachten er hätte Verstopfung. Wenn man Angst vor seinem eigenen Hund hat, ist das ganze eben etwas schwieriger.
Sein Problem war, dass sein Fell am Hintern so verklebt war von Kacke, dass er nicht mehr richtig sein Geschäft erledigen konnte. Als wäre das nicht schlimm genug, saß er da, hat geknurrt, geschnappt und gebellt. Ich weiß noch, dass ich sagte: "Ach, Kerli." Und meine sehr gestresste Tierärtzin furh mich an: "Nichts, Kerli!" :D
Es tat und tut mir immer noch sehr leid, ich wusste nicht, dass Hunde solche Probleme haben konnten und damals war es eine Unmöglichkeit, Gismo richtig anzufassen. Als wir ihn regelmäßig zum Hundefriseur brachten, war es nicht mehr so ein Problem und schließlich begannen wir ihn mit Maulkorb zu behandeln, das war unangenehm für alle beteiligten aber es ging. Wir benutzen Lappen um ihn sauber zu machen, schnitten Fell mit einer Schere weg und im Sommer setzten wir ihn in eine kleine Wanne in den Garten.

Ich ging wieder mit ihm zum Tierarzt, als Gismo nicht mehr richtig lief. Er war sehr langsam, wuselte nicht fröhlich durch die Gegend. Er schleppte sich richtig. Weil ich mir Sorgen machte, machte ich bei der Tierärztin ziemlichen Druck, dass er ganz schnell behandelt werden musste, dass es ihm ganz schlecht ging und er was am Rücken hatte.
Beim Tierarzt wäre ich am Liebsten vor Scham in Grund und Boden versunken: Mein ach-so-verletzter kleiner Hund, hüpfte ausgelassen durch die Gegend, machte Männchen, sprang an meinem Stuhl hoch und verhielt sich wie die Gesundheit in Person. Als wir ihn aufhoben schrie er auf, weil er offensichtlich Schmerzen hatte. Er bekam ein Mittel und es ging ihm besser.

Das nächste Mal, müsste 2014 gewesen sein. Der Hund leckte sich ständig die Pfote und hatte es tatsächlich geschafft, sie sich wund zu lecken. Das werde ich nie vergessen, denn ganz ehrlich, es hatte wirklich etwas Sitcom-haftes:
Er bekam eine Halskrause und musste jeden Tag so eine Salbe drauf geschmiert bekommen. Meine Mutter und ich haben da total versagt. Wir bekamen es einfach nicht hin, weil Gismo knurrte und wir hatten beide Angst vor ihm. Also ging ich jeden Tag zum Tierarzt und das lief so ab:
Krause ab. Malkorb an. In die Ohren ein Mittel, weil sie von der Krause zu warm wurden und es eine Entzündungsgesah gab. Salbe auf die Pfote. Maulkorb hinten aufmachen. Halskrause an. In die Krause greifen und ihm den Maulkorb vorne wieder abziehen.
Wir standen zu viert um dieses kleines Kerlechen herum und mussten diesen Akt jeden Tag aufs Neue einüben.
Aber das war gut, denn es ging ihm immer besser. Er begann gerne zum Tierarzt zu gehen und gewöhnte sich an die Praxis und die Leute, die dort arbeiteten. Mit den Helferinnen spielte er immer und ließ sich auch gerne von ihnen streicheln. Eine nannte ihn sogar immer "mein Schatz". Diese Woche half ihm ruhiger zu werden.


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