Dieser Hund hatte mich in dem Alter von 8 bis 16 begleitet und ich liebte ihn über alles.
Ihn einzuschläfern war eines der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens. Nicht nur der Akt an sich, sondern die Tage vorher. Zu wissen, dass man ein Wesen, das man liebt verlieren wird ist so schrecklich. Die Uhr schreitet vorwärts und man möchte die Zeit anhalten, aber es geht nicht. Man versucht die letzten Tage zu genießen und das Beste daraus zu machen, aber das ist so schwierig. Ich habe wirklich tagelang durchgeweint und ich weiß, dass ich meiner Mutter sagte: "Ich überlebe das nicht!" und sie ruhig sagte: "Du überlebst das."
Als der Termin kam, kam Gismo zu mir und ich sagte zu ihm: "Ich wünschte du wärst es, den wir einschläfern."
Wieder war es meine Noch-Nicht-Schwägerin, die mich völlig erschrocken zurechtwies, aber in diesem Augenblick fühlte ich mich so. (Gismo weiß natürlich, dass ich das heute niemals denken würde, trotzdem tut es mir leid. Es tat mir damals schon leid und ich entschuldigte mich bei ihm, ehe wir gingen.)
Mein (nicht allergischer) Bruder, meine Noch-Nicht-Schwägerin, meine Mama und ich begleiteten York auf seinem letzten Weg. Wir weinten alle bitterlich, außer mein Bruder, der meinte einer müsste ja stark sein. Es war so unreal für mich, weil ich seinen Leichnahm doch dort hatte liegen sehen. Er war also nicht weg und war es doch.
York war ein sehr unkomplizierter und sehr treudoofer Hund. Er hatte niemals bei einem Tierarzt einen Mucks von sich gegeben, aber an diesem letzten Tag, bei dieser letzten Spritze schrie er auf. Er wusste, was mit ihm geschah.
Meine Brüder, ihre Freundinnen und ich fuhren für ein paar Tage nach Heidelberg, weil ich nicht in diesem Haus sein konnte. Ich vermisste York so sehr.
Gismo blieb in dieser Zeit Zuhause bei meiner Mutter (jetzt wo er nicht mehr hier ist, frage ich mich ständig, wie das für ihn gewesen sein musste. Wir alle gingen mit dem Hund weg und kamen ohne Hund zurück und dann waren wir weg. Es ist so lächerlich, denn gäbe es so etwas wie Zeitreisen, würde ich zu diesem leeren Haus zurückgehen, wo meine Mutter und er waren und würde diese Tage mit ihm verbringen. Ich wusste es damals nicht, aber das war mein Anfang mit Gismo und wenn ich es könnte würde ich alles tun, um dort hin zurückzugehen und es als Anfang bewusst zu nehmen.)
Weihnachten 2009 war für mich ohne York ungenießbar. Gismo war aber der Höhepunkt, ich weiß noch wie alle mit ihm spielten und lachten und ihn auch ein bisschen ärgerten. Ich konnte nur traurig zusehen. Und das ist das Ironischte an der ganzen Geschichte, warum seht ihr dann hier ( ).
Gismo "sonnte" sich schon von Anfang an gerne im Garten und das blieb bis zum Schluss auch so. Er war ein vollkommenes Sommer-Tier und liebte die Sonne und draußen zu sein.
Anfangs hatte er ein Metallhalsband, weil er so sehr zog und nicht hören wollte. Das änderte sich aber und er bekam ein schönes, grünes Stoffhalsbald. Bälle jeder Art waren seine Leidenschaft.

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